V e r e
i n b a r u n g
zwischen
der Stadt Ranis, vertreten durch den Bürgermeister, Herrn
Gliesing,
der
Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten, vertreten durch den Direktor,
Herrn
Dr. Paulus,
dem
Förderverein für die Burg Ranis, vertreten durch den Vorsitzenden, Herrn
von Brandenstein,
und
dem Landkreis Saale-Orla, vertreten
durch den Landrat, Herrn Roßner
Die aufgeführten Körperschaften, die Stiftung und der Verein (im Weiteren als „Partner“ bezeichnet) treffen die nachfolgende Vereinbarung mit dem Ziel, dem Museum auf Burg Ranis eine gesicherte Perspektive zu ermöglichen
1.
Aus finanziellen Gründen kann der Träger des Museums auf Burg Ranis, die Stadt Ranis, den Museumsbetrieb voraussichtlich nur noch bis 2004 aufrechterhalten. Die Folge wäre aus Sicht der Eigentümerin die Einstellung jeglicher weiterer kulturpolitischer Aktivitäten in den Räumlichkeiten der Burg sowie der Abbruch der weiteren Instandsetzung der Burganlage auf unbestimmte Zeit durch die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten.
2.
Die Partner sind sich einig, dass das Museum das Kernstück der Nutzung und der Weiterentwicklung der Burg darstellt. Sie stimmen in der Auffassung überein, dass die Burg Ranis und deren Nutzung für die Stadt Ranis und den Saale-Orla-Kreis eine herausragende Bedeutung besitzt. Darüber hinaus stellt die Burganlage kulturgeschichtlich ein über die Stadtgrenzen hinausgehendes wertvolles und erhaltenswertes Gut dar.
3.
Die Partner sind einer Meinung, dass die Sicherung des Museumsbetriebes
a) kurzfristiger (im Jahr 2003 und 2004)
b) mittelfristiger (2003 bis 2007) und
c) langfristiger
Maßnahmen bedarf. Sie bekunden ihre Bereitschaft, im Rahmen der personellen, organisatorischen und finanziellen Möglichkeiten sowie der baulichen Voraussetzungen gemeinsam das Museum zu erhalten.
- Die Verlegung der Kassenzone in den Bereich vorderes Burgtores (Stiftung);
- Die Erweiterung und Verbesserung der Präsentation von Souvenirs (Stadt);
- Die Umsetzung des Blockhauses für die gastronomische Versorgung auf den Platz
vor dem Burghof (Stiftung);
- Die Prüfung einer moderaten Erhöhung des Eintrittspreises und dessen Umsetzung
mit dem Ziel, den Zuschussbedarf zu senken. (Stadt Ranis);
- Die (zeitlich befristete) personelle Unterstützung des Museumsbetriebes auf
ehrenamtlicher Basis sowie die Prüfung finanzieller Unterstützung der Neupro-
filierung des Museums (Förderverein);
- Unterstützung des Museumsbetriebes durch fachkundiges Personal von Schloss
Burgk (Landkreis)
- Die Auslotung von Möglichkeiten, die dauernde Leistungsfähigkeit der Stadt Ranis
zu erhalten, bei gleichzeitiger Genehmigung der Kommunalaufsicht zum weiteren Betrieb des Museums) unter der Bedingung eines ausgeglichenen Haushaltes (Stadt Ranis, Landkreis;
- Die Organisation logistischer Hilfe bei der Erstellung eines neuen Museumskonzep-
tes mit den beiden überregional bedeutsamen Schwerpunkten Archäologie/Paläonto-logie und Seismologie/Geologie sowie die Prüfung finanzieller Unterstützung dieser Neugestaltung inklusive der Fördermitteleinwerbung (Landkreis).
- Die Erarbeitung eines tragfähigen Konzeptes für das Museum, das die regionalen
Bezüge aufnimmt und auf überregionale Aspekte erweitert wird. Als tragfähig könn-
ten sich Seismologie-Erdbebenforschung, Geologie und Paläontologie erweisen.
Dazu sind Spezialisten der einzelnen Fachgebiete heranzuziehen (Stadt Ranis, Land-
kreis);
- Parallel zur thematischen Entwicklung des Museums ist die äußere Darstellung der
Exponate und wissenschaftliche Erkenntnisse im Rahmen der räumliche Verhältnisse
in der Burg auf zeitgemäße Art zu konzipieren (Stadt Ranis, Landkreis);
- Um eine attraktive Darstellung, z. B. durch Interaktivität, zu erreichen, sind die
technischen und räumlichen Voraussetzungen weiterzuentwickeln. Dies gilt für das
bewegliche und unbewegliche Anlagevermögen (Stiftung, Stadt, Förderverein).
- Die Fortführung der Sanierung der Burganlage insgesamt im Rahmen des zur Ver-
fügung stehenden Haushaltes. Dabei sind entsprechend der inhaltlichen Erfordernisse
Prioritäten zu setzen. Mit der Fortführung der Investition ist frühestens 2005 zu
rechnen.(Stiftung). Die Partner stimmen sich dazu ab.
- Die Herstellung einer langfristig tragfähigen Plattform für die museumspädagogische
Betreuung (Stadt, Landkreis).
4.
Flankierend zu den gemeinsamen Aktivitäten der Partner sind bewährte Formen der Zusammenarbeit mit weiteren Gremien, Vereinen und Körperschaften fortzuführen und auszubauen. Dazu gehören der Verein „Lesezeichen e.V.“, der Thüringer Museumsverband, die Friedrich-Schiller-Universität Jena, das Artenschutzzentrum Thüringen und viele andere Interessierte.
5.
(1) Die Umsetzung der in dieser Vereinbarung beschriebenen Maßnahmen bedarf einer kon-
tinuierlichen Kontrolle. Die Partner vereinbaren deshalb, sich in regelmäßigen Abständen,
zunächst mindestens alle 2 Monate, später je nach Bedarf zu treffen und den ereichten Stand zu analysieren sowie die weitere Arbeit zu planen.
(2) Die Vorbereitung dieser Treffen, der Tagesordnung und die Einladung der Partner erfolgt durch den Bürgermeister der Stadt Ranis bzw. dessen Vertreter. Über das Ergebnis der Treffen werden Niederschriften gefertigt, die den Partnern spätestens nach 4 Wochen zugehen müssen. Die Widerspruchsfrist beträgt ebenfalls 4 Wochen.
(3) Ihre im Zusammenhang mit der Vorbereitung und Durchführung der Treffen entstehenden eigenen Auslagen tragen die Partner selbst.
6.
Die Vereinbarung endet zum 31. Dezember 2008. Änderungen oder Ergänzungen dieser Vereinbarung bedürfen der Schriftform. Im Übrigen gelten die §§ 1 ff Thüringer Gesetz über die Kommunale Gemeinschaftsarbeit (ThürKGG).
Ranis, den 16. September 2003
Für die Stadt Ranis Für die Stiftung Thüringer
Schlösser und
Gärten
gez.Gliesing gez. Dr. Paulus
Bürgermeister Direktor
Für den Förderverein Für den Saale-Orla-Kreis
gez. von Brandenstein gez. Roßner
Vorsitzender Landrat